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Meine zweite Reise in die USA -

1. Hinflug und mit dem “Greyhound” von New York nach North Dakota

 

Meine erste Reise in die USA, genauer gesagt: nach Texas, hatte ich 1983 mit meinem zweiten Ehemann gemacht.

Damals hatten mir Kolleginnen ohne Ahnung vorgeschlagen, wir könnten doch mal auf einen Sprung nach Kalifornien oder nach Florida fahren, das wäre doch nicht sooooo weit.

Diesmal, 1987, machte ich mich alleine auf den Weg, und solch hilfreichen Ratschläge blieben mir erspart. Die Kolleginnen, mit denen ich engeren Kontakt pflegte, waren selbst schon dort gewesen, und die anderen redeten sowieso kaum mit mir.

Wieder sollten es 6 Wochen sein. Ich hatte erst überlegt, Bessy mitzunehmen, aber ich ließ sie dann doch lieber in ihrer gewohnten Umgebung; und meine Vermieterinnen freuten sich schon darauf, sie betüddeln zu dürfen. Und auch ein Nachbar, der bei der Lufthansa arbeitete, riet mir, sie zu Hause zu lassen; er habe schon des öfteren erlebt, dass Tiere, die das Fliegen nicht gewohnt seien, dann beim Ausladen schlichtweg durchgedreht hätten.

 

Er nahm mich auch am Morgen meines Abfluges mit nach Frankfurt zum Flughafen. Ich war natürlich viel zu früh dort, da mein Flug erst gegen Mittag ging, aber dafür wurde ich belohnt beim Check-In bei der AA: Sie fragten mich, ob ich upgraden wolle; ich dürfe ohne Zuzahlung Business-Class fliegen. Dazu sagte ich natürlich nicht Nein! Und so hatte ich einen sehr komfortablen Flug nach New York. Heutzutage sind die Fluggesellschaften meist nicht mehr so spendabel.

 

Von dort aus wollte ich - dem Rat von Hans-Peter folgend - mit dem Greyhound nach Grand Forks, North Dakota, fahren. Eine Tour von 3 oder 4 Tagen. Vor dem Ankunftsgebäude traf ich nochmal meine Crew und fragte sie nach dem Bus in die Innenstadt zur Central Bus Station. Und als sie sich erkundigten, wo ich hin wolle, wo mein endgültiges Reiseziel sei, da bekamen sie große Augen und konnten es fast nicht fassen, dass jemand für eine solche Entfernung nicht einen Flieger nimmt. Aber so sah ich doch etwas von den USA, konnte unterwegs Leute treffen. Es war ein Abenteuer!

 

Also erst mal mit dem Shuttle-Bus zum Bus-Bahnhof. Auf der Strecke da hin ist N.Y. nicht sehr aufregend; meist Industrie-gelände und endlose Wohnhäuser, meist verklinkert, mit Feuerleitern, wie man das aus US-amerikanischen Krimis kennt.

 

Am Busbahnhof stürzte gleich ein junger Farbiger auf mich zu, um mir mit meinem Gepäck zu helfen und bot sich an, mir auch beim Ticket-Kauf behilflich zu sein; ich nahm seine Hilfe an - eigentlich so im Nachhinein bei genauerem Bedenken denke ich, dass das etwas leichtsinnig von mir war; aber es ist ja gut gegangen zum Glück.

 

Ich bestellte also am Schalter ein Ticket nach Grand Forks - und erhielt eines nach Grand Falls. Also reklamierte ich. Ob da schon ein entsprechender Aufkleber auf meinem Koffer platziert war? Mein Bus ging kurze Zeit später; der nette Farbige brachte mich auch noch zum richtigen Bussteig und bekam natürlich von mir ein ordentliches Salär, vielleicht auch ein zu großes? - jedenfalls war er zufrieden mit seinem Verdienst. Mein Abenteuer begann.

 

Ich glaube, es war so gegen 17 Uhr als wir losfuhren, und so dauerte es auch nicht sehr lange, bis die Nacht anbrach. Und wir fuhren und fuhren und fuhren ... Erst nach Norden, dann nach Westen. Durch die Staaten New York, Pennsylvania, Ohio, Michigan nach Detroit, dann durch einen kleinen Zipfel von Indiana, nach Chicago/Illinois. Dort war eine längere Pause, und ich musste umsteigen.

Von Chicago aus rief ich H.-P. an, damit er wusste, dass alles in Ordnung war. Auch Telefonieren an öffentlichen Fern-sprechern in den USA musste erst mal gelernt sein. Heutzutage ist das ja nicht mehr so gefragt, aber damals gab es noch keine Mobiltelefone. Es funktionierte folgendermaßen: Man warf einen Mindestbetrag in das Münztelefon und wählte die Nummer. Bei Ferngesprächen meldete sich daraufhin eine Vermittlerin und man gab nochmal die Nummer an und auch, ob man selbst die Kosten dafür übernimmt oder ob das ein sogenanntes R-Gespräch war. Man wurde verbunden, und nach dem Gesprächsende wartete man am Telefon bis die Vermittlerin wieder anrief und den Betrag für das Telefongespräch nannte. Diesen Betrag musste man dann in 25-Cent-Münzen einwerfen.

Gleich in der Nähe der Telefonzelle entdeckte ich ein gepflegtes “Pub” auf diesem Busbahnhof - und genehmigte mir ein fast gepflegtes Bier.

Zurück am Busbahnsteig sass dort eine junge Frau, wir kamen ins Gespräch. Sie wollte bis nach Seattle, also noch ein ganzes Ende weiter als ich. Zu uns gesellte sich noch ein junger Mann. Und die Reise ging weiter; etwas nach Norden durch Wisconsin, dann durch Minnesota zur Hauptstadt: St. Paul, Zwillingsstadt mit Minneapolis. Das war dann mal wieder mitten in der Nacht. Und wieder mussten wir auf einem Busbahnhof ein paar Stunden verbringen.

Meine Begleiter machten einen Ausflug in die Stadt, und als sie zurückkamen hatten sie uns etwas zu Trinken organisiert: Bier. Eigentlich ... war ja der Konsum von alkoholischen Getränken im Bus verboten. Aber ... Und in der Nacht störte das sowieso niemanden. Und wir hatten ja unsere “Cans” ordentlich, wie sich das gehört, in einer kleinen Papiertüte versteckt. Eine der vielen US-amerikanischen Scheinheiligkeiten. Jeder weiß, dass sich unter einer solchen Camouflage etwas Alkoholisches verbirgt - sonst müsste man es ja nicht verstecken. Aber was man nicht eindeutig erkennen kann, das ist ... eben nicht eindeutig erkennbar.

Ich hatte es ja nun bald geschafft; North und South Dakota liegen gleich westlich von Minnesota. Von St. Paul/Minneapolis ging es nordwestlich, und direkt hinter der Landesgrenze, die dem Red River folgt, liegt Fargo - Western-Fans wohlbekannt. Dort musste ich wieder umsteigen, um mit einer “kleineren” Buslinie nach Norden, fast immer an der Grenze entlang, bis nach Grand Forks zu kommen. Auch hier hatte ich wieder einen längeren Aufenthalt; aber die anwesenden Frauen verwickelten mich gleich in Gespräche, und fast alle hatten auch deutsche Wurzeln. So verging die Zeit wie im Flug. Nur meinen Koffer, den hatte ich schon lange nicht mehr gesehen.

 

Und den sah ich auch nicht, als ich endlich in Grand Forks angekommen und von H.-P. abgeholt wurde. Eine “Vermissten-anzeige” wurde aufgenommen, und ich musste dem Busunternehmen mein Hotel bekannt geben - und so hatte ich nur meinen hellblauen Hosenanzug mit Bluse, die ich schon etliche Tage trug. Zum Glück waren die Sachen sehr pflegeleicht; ich wusch sie am nächsten Tag im Bad meines Zimmers.

Wir wollten zusammen etwas trinken gehen - nur machte das etwas Probleme. In North Dakota darf am Sonntag kein Alkohol ausgeschenkt werden; so fuhren wir nach East Grand Forks, gleich auf der anderen Seite des Red River - das liegt in Minnesota.

Hans-Peter hatte noch einige Dinge abzuholen von seinem Domizil bei den Hutterern, und so fuhr er gegen Abend wieder zurück. Die Hutterer hatten ihm auch ein altes Auto soweit hergerichtet, dass es einigermaßen fahrbar war.

 

Zwei Tage dauerte es, dann brachte mir ein Bote von Greyhound meinen Koffer. Und als H.-P. wieder zurück war, machten wir uns auf den Weg, Richtung Süden, nach South Dakota; wir wollten in die Badlands. Aber daraus wurde nichts. Wir verbrachten ein paar Tage in einem Motel; ich kümmerte mich um notwendige Ausbesserungsarbeiten an seiner Kleidung. Es waren angenehme, friedliche Tage.

Eigentlich ... war Hans-Peter ja ein intelligenter Mensch; aber er war auch ein bisschen unzuverlässig. Und so erzählte er mir jetzt erst, dass sein Visum abgelaufen war und normalerweise nicht mehr verlängert werden könne. Er wolle noch mal zurück zu den Hutterern, vielleicht könnten die es ja richten. Ich solle so lange zu Charlotte nach Huntsville fahren, und wir würden uns dort dann treffen.

Charlotte kannte ich - die Leser des ersten Teils meiner Geschichte erinnern sich vielleicht - von meiner Reise nach Texas 1983 mit meinem zweiten Ehemann. Charlotte, ihr Mann und ihre Tochter Heidi stammten aus dem Schwarzwald; ihr Mann war Maurer und arbeitete in seinem Beruf, sie selbst war einmal Krankenschwester gewesen, jobbte aber nur ab und zu. Sie hatten sich dort in der Nähe von Huntsville, mitten im noch vorhandenen Niemandsland, ein Stück Wildnis gekauft, hatten da ein großes Haus gebaut, und es gab einige Kühe, diverse Hunde und Katzen und sogar Kampfhähne.

 

Und so machte ich mich auf per Greyhound von South Dakota nach Huntsville/Texas. Charlotte hatten wir telefonisch nicht erreichen können, und ich stürzte mich notgedrungen in ein neues Abenteuer.

 

 

 

 

Meine zweite Reise in die USA -

2. Von South Dakota nach Texas - war Charlotte eine Mörderin?

 

Eigentlich (das Lieblingswort einer sehr guten Freundin) sollte es ja kein Problem sein, immer nach Süden zu fahren mit dem Greyhound.

Aber anscheinend ist es das doch manchmal. Es ging über Sioux Falls/South Dakota, Sioux City und Omaha in Nebraska, Kansas City, das in Kansas und Missouri liegt (der Busbahnhof in Missouri), Tulsa und Oklahoma City in Oklahoma nach Dallas, und weiter nach Huntsville/Texas, wo mein Koffer nicht mehr im Bus war. Ich weiß heute in diesem Fall nicht mehr wieso und weshalb, und wo ich umsteigen musste, jedenfalls war er nicht da.

Charlotte hatte ich auch nicht erreichen können, also ließ ich mich, nachdem ich meinen Koffer bei einer netten Dame rekla-miert hatte, von einem Taxi in ein Hotel fahren.

 

An diesem Abend begann ich, die Geschichten, die mir H.-P. von den Hutterern erzählt hatte, zu Papier zu bringen. Aber am nächsten Morgen verließ ich dieses Hotel, das mir zu teuer war, um länger dort zu logieren, und ich nicht wusste, wie sich mein weiterer USA-Aufenthalt gestalten würde. Meine neue Bleibe war zwar nicht so komfortabel wie das erste Hotel, aber morgens gab es an der Rezeption Kaffee und Donuts kostenfrei, und wenn man länger als eine Woche blieb, musste man nur für 6 Tage bezahlen. Aber man musste am Ende jeder Woche bezahlen! Das Hotel hatte einen Swimming Pool, den ich ab und zu am späten Nachmittag gerne benutzte; und in der Nähe gab es diverse Fastfood-Restaurants, wo ich zum Mittagessen hin ging.

 

Irgendwann erreichte ich auch Charlotte, die mir eine sehr unglaubwürdige Geschichte erzählte:

Ihr Vater, Deutscher wie sie, wäre zu Besuch aus Canada, deshalb wäre kein Platz für mich. Wie bitte? Charlotte und ihr Mann hatten sich ein Riesengrundstück außerhalb von Huntsville gekauft und da ein großes zweigeschossiges Haus gebaut. Ihr Mann war Maurer. Mein zweiter Mann und ich waren ja damals 1983 dort gewesen; und da sollte nun kein Platz für mich sein?

Außerdem: Warum ging denn keiner ans Telefon? Ihr Vater hätte doch sowohl Deutsch als auch Englisch gesprochen. Das wäre überhaupt kein Problem für ihn gewesen. Das kam mir alles sehr mysteriös vor.

 

Zwei oder dreimal besuchte sie mich, einmal kam auch Heidi, ihre Tochter mit; und einmal lud sie mich zum Essen beim Mexikaner ein, wo wir noch eine andere Bekannte bzw. Freundin von ihr trafen, die wohl Lehrerin war. Ihr erzählte sie, offensichtlich in der Annahme, dass ich diesem in Englisch geführten Gespräch nicht folgen könne, folgendes:

 

Ihr Mann habe Arbeit auf einer Baustelle in New York gefunden, sei aber dort wohl in schlechte Gesellschaft geraten und habe angefangen, exzessiv zu trinken. Einmal, als er sie für ein paar Tage besuchte und sie gerade beim Essenzubereiten war, habe er plötzlich neben ihr gestanden und habe sie gewürgt. Daraufhin hätte sie ein großes Messer genommen und ihm gedroht, ihn damit zu erstechen, falls er so etwas noch einmal machen würde.

Gesetzt den Fall, es wäre wirklich so weit gekommen, hätte sie ihn doch gut auf ihrem riesigen, halb verwilderten und bewaldeten Grundstück verscharren können. Und da er ja offiziell auswärts arbeitete, könnte er doch einfach nicht zurück-gekommen sein. Irgendwie lässt mich dieser Gedanke all die Jahre nicht los. Bei all diesen Ungereimtheiten, die da passiert sind, bin ich der festen Überzeugung, dass es so war.

 

Die Bekannten in der Nähe von Houston, bei denen mein zweiter Mann und ich 1983 zu Gast gewesen waren, kontaktierte ich bewusst nicht, da mir erzählt worden war, dass zum einen ER seinen Job als Einkäufer von Pipes für die Erdölförderung wegen Unterschlagungen verloren hatte, zum anderen aber vor allem einer der Söhne bei einem Berufsunfall schwer verun-glückt und nun ein Pflegefall war. Jedoch bekam ich einmal einen Anruf von IHR als ich noch in dem Hotel in Huntsville wohnte. Aber zu einem Treffen kam es nicht.

 

Jedenfalls wurde mir das irgendwann zu doof und zu langweilig in meinem Hotelzimmer. Ich war ja nicht in die USA gefahren um da dumm rum zu sitzen.

Erst einmal setzte ich mich mit einem Hostal der Salvation Army - Heilsarmee - in Dallas in Verbindung und mir wurde dort eine Unterkunft zugesagt. Das war knapp 4 Wochen vor meinem Rückflug nach Deutschland. Also kaufte ich mir eine Busfahrkarte nach Dallas - und gleich eine für die endgültige Rückreise von Dallas nach New York, denn bei frühzeitigen Buchungen kostete das Ticket weniger.

Nun sass ich also statt in einem Hotel in Huntsville in einem Heilsarmee-Hostal; viel hatte sich nicht verändert. Nur erwartete man bei der Heilsarmee, dass man sich nützlich machte beim Servieren, bei der Wäsche und beim Putzen. Es war also auch nicht das Gelbe vom Ei. Alles war reglementiert, ein Aufenthalt bei einer Armee eben. Zum Rauchen durfte man nur zu bestimmten Zeiten auf einen großen Balkon. Männer und Frauen waren voneinander abgeschottet.

 

Ich setzte mich mit der hutterischen Kolonie, in der Hans-Peter untergekommen war, in Verbindung und bat um Hilfe. Sie boten mir an, dass ich bei ihnen unterkommen könne, was ich abwenden konnte mit der Begründung, dass ich schon die Fahrkarte für die Rückreise gekauft hätte. Aber sie halfen mir wenigstens mittelbar:

Die Hutterer selbst missionieren nicht, aber sie sind lose mit den Mennoniten verbandelt. Und so meldete sich bei mir ein deutsch-stämmiger Herr, der beim Jugendamt Dallas als Mediator für jugendliche Straftäter arbeitete; er war der erste seiner Art. Er bot mir an (er hatte unser Gespräch bewusst auf Englisch geführt und so meine Sprachkenntnisse getestet), bei ihm und seiner Frau zu wohnen, und im Jugendamt zu arbeiten, wenn ich wollte. Aber JA! Besser als rumzusitzen und Däumchen zu drehen. Er holte mich am darauffolgenden Tag ab.

Von nun an machte ich also das, was ich normalerweise in Deutschland auch machte: Büro-Arbeit. Und die unterschied sich in keinster Weise von der hiesigen: Aktennotizen, Briefe, Statistiken. Ich kam gut zurecht, hatte einige nette Kolleginnen, die bass erstaunt waren, wie gut. Der einzige Unterschied: Es gab den ganzen Tag Kaffee, so viel man wollte, und alles zahlte der Arbeitgeber. Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht; es wird ja überall gespart.

 

Sonntags ging ich mit zur Kirche und wurde dann anschließend von Gemeindemitgliedern für den Tag eingeladen; einmal verbrachte ich auch einen Nachmittag in einem naturkundlichen Park mit diversen Ausstellungspavillons.

 

Morgens fuhr ich mit diesem Herrn nach dem Frühstück ins Büro, abends war ich auf mich allein gestellt, weil er meist länger arbeitete. Ich lernte also Stadtbus fahren, was ähnlich kompliziert verlief wie das Telefonieren von Telefonzellen: Man stieg vorne beim Fahrer ein, bezahlte einen Grundbetrag und fuhr dann bis zu seinem Ziel mit; dort ging man zum Fahrer, der einem wiederum einen noch zu entrichtenden Betrag nannte, den man bezahlte. Wie aufwändig! Und ich frage mich bis heute, wie der Busfahrer es immer schaffte, sich die Fahrgäste plus Einstiegstelle zu merken.

 

Den Tag meiner Rückreise, die gegen Abend war, verbrachte ich als Volunteer in einem großen Krankenhaus und traf u. a. einen Cardiologen, der auch in Deutschland gearbeitet hatte. Es ist in den USA genauso wie hier: Jeder Arzt, der weiterkommen möchte, sollte auch im Ausland gearbeitet haben.

Eine ältere Dame, die regelmäßig dort in diesem Krankenhaus Dienst tat, nahm sich meiner an; und am Nachmittag zeigte sie mir noch die Kunstausstellung der Universität. Dort wiederum trafen wir, als wir durch die Anlagen spazierten, einen Studenten aus Deutschland, der uns bzw. mich ansprach, da ihm mein “Dialekt” aufgefallen war.

Meine neue Freundin, mit der ich noch längere Zeit Kontakt hielt, brachte mich wieder zurück zum Krankenhaus, wo mich mein Gastgeber abholte und zum Busbahnhof brachte; meinen Koffer hatten wir schon am Morgen in sein Auto geladen. Er versicherte sich noch, dass alle Angaben bezüglich der Abfahrtzeit, des Bussteigs usw. in Ordnung waren, ich bedankte mich noch einmal für seine Gastfreundschaft (die mich 100 $ kostete) und versprach, mich zu melden, wenn ich wieder in Deutschland war.

 

Und wieder hatte ich eine tagelange Busreise vor mir; von Dallas ging es nach Texarkana, einer Grenzstadt zwischen Texas und Arkansas, weiter über Little Rock nach (West) Memphis an der Grenze von Arkansas und Tennessee, und dann einen ganzen Tag lang durch das langgezogene Tennessee (natürlich hatten wir auch in Nashville einen Busstop) nach North Carolina. Irgendwann war ich eingeschlafen; es waren nicht mehr allzuviele Fahrgäste im Bus, so dass ich mich hinlegen konnte; in Washington D.C. erwachte ich und sah im Morgengrauen im Vorbeifahren das Parlamentsgebäude. Und weiter ging es bis New York, wo wir kurz vor Mittag ankamen.

 

Aus Erfahrung wird man klug, oder sollte es zumindest werden; und so hatte ich meinen Koffer bis zum letzten Umsteigen in die Gepäckablage des Busses gequetscht, um nicht dann in N.Y. ohne Koffer zu sein. Und meinen schicken Hosenanzug hatte ich gleich obenauf gelegt. Im Busbahnhof von N.Y. wusch ich mich etwas und zog mich um, bevor ich den Shuttle-Bus zum JFK nahm. Wieder war ich wesentlich zu früh, aber es zahlte sich auch dieses Mal aus: wieder ließ mich die AA Business-Class fliegen.

So kam ich zwar bequem in Frankfurt an, war aber trotzdem todmüde, denn das bisschen Schlaf im Bus war ja doch keine richtige Erholung gewesen. Wenn einer eine Reise tut ...

 

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