Rajasthan

5. Tag: Jaisalmer

Jaisalmer, die "goldene Stadt", ist nur golden im Abendlicht, wenn der gelbliche Sandstein, aus dem die Stadt gebaut ist, schön beleuchtet ist.

Wir waren morgens da. 6.30 Uhr Wecken, 8.00 Uhr Abfahrt zum Fort.

 

Jaisalmer ist die letzte Stadt vor Pakistan, liegt - klar - in der Wüste Thar, hat 70.000 Einw. plus 80.000 Leute Militär !!!

Zur Geschichte, die sich bis in graue Vorzeit erstreckt, und teilweise wohl unter "Sagen und Legenden" einzuordnen ist, nur soviel:

Im Jahre 1155 legte der Herrscher Jaisal aus strategischen Erwägungen den Grundstein zur Festung von Jaisalmer.

Damit ist Jaisalmer die nach Chittaurgarh älteste Befestigungsanlage Rajasthans. mer heißt felsig.

 

Das Fort selbst ist heutzutage Wohnstatt für ca. 5000 Einw.

Als erstes besuchten wir den Jain-Tempel.

 

Jainismus ist eine Form des Hinduismus. Ihre Mitglieder achten absolut jedes Leben. Das bedeutet: Sie tragen Tücher vor Mund und Nase, um nicht versehentlich ein Insekt einzuatmen, und sie kehren vor ihren Füßen, um kein Lebewesen zu zertreten.

 

Ihre Tempel, die mit wunderschönen Reliefs und Skulpturen verziert sind, sind wirklich sehenswert.

 

Wie in jedem Tempel, muß man natürlich auch vor diesem seine Schuhe ausziehen. Wollsocken hätte man dabei haben müssen !!!

Ich machte unserem Pammy den Vorschlag, doch eine Kooperative zum Stricken von "heiligen Tempelsocken" zu gründen. Dieser Vorschlag fand seine vollste Zustimmung und löste sein berühmtes Ziegen-Lachen aus.

Anschließend machten wir einen ausführlichen Rundgang, sahen Kühe, die vor einem Restaurant auf ihr Mittagessen warteten, und einen kleinen Schäferhund, der den Eingang bewachte,

enge Gassen, alte Häuser mit sehenswerten steinernen Balkonen,

eine Kinderkapelle, die den Hit der Saison in Rajasthan zum besten gaben: "Frêre Jacques",

Tempel, die sich dann als Toilettenhäuschen outen,

und immer wieder diese wunderschönen Steinmetzarbeiten an Balkonen, die den Reichtum des jeweiligen

Handelshauses - so wie in Mandawa und Nawalgarh die Malereien - zeigen sollten:

Wanderprediger ließen sich gerne gegen eine Gebühr von 10 Rps fotografieren:

Und man sah das ganz normale Leben einer indischen Altstadt:

Und die Signale: "Ich komme mit meiner Schwiegertochter gut/schlecht zurecht.":

Beim Einzug der Braut wird Ganesha, der Elefanten-Gott, Glückssymbol, ans Haus gemalt. Wenn sich alle gut verstehen, wird die Farbe immer wieder aufgefrischt; hängt der Haussegen schief, wird Ganesha vernachlässigt. Und es bedarf keiner Frage, was so los ist im Haus.

Nach einer Mittagsruhe fuhren wir dann kurz vor 16 Uhr weiter in die Wüste, nach Sam.

Die meisten unserer Gruppe wurden vor Sam bei Kamelführern abgesetzt, um einen Ritt in die Wüste und dann zur Karawanserei Sam zu machen.

Ich und einige andere, die sich dies aus gesundheitlichen Gründen nicht zutrauten, fuhren mit dem Bus direkt nach Sam.

 

Vom Dach der Karawanserei aus konnte man einen Blick zu den Wanderdünen werfen.

Nach der Ankunft der Kamel-Karawane gab es noch ein "Nachtprogramm" mit Musik und Tanz, wobei sich zum lautstarken Ärger einiger Mitreisender (vornehmlich derer, die sich zum Mittanzen hatten animieren lassen) die Tänzerinnen als Travestie-Künstler entpuppten, was mich aber zum einen nicht verwunderte (ich hatte schon diesen Verdacht geäußert), und zum anderen aber auch nicht störte.

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