Reisetagebuch 2015

28.09.2015 - Reisetag

 

Natürlich hatte ich in der Nacht schlecht geschlafen, um zu sagen: fast gar nicht. Immer wieder fiel mir irgendetwas ein, und ich stand dann auf, um es gleich zu erledigen. Aber ich habe - glaube ich - nichts vergessen. Wir werden sehen.

 

Das Taxi kam pünktlich, ich war pünktlich am Flughafen. Der junge Mann am Drop-off-Schalter war sehr freundlich und tauschte meinen ursprünglichen Platz gegen einen Gang-Platz in der Reihe vorher.

 

Und: Ich werde nun endgültig alt: Er bot mir an, mich zum Boarding-Room fahren zu lassen. Ich bin zwar nicht so ganz gut zu Fuß, aber da ich meist frühzeitig am Flughafen bin, habe ich auch Zeit, da hin zu schleichen. Und überall gibt es Sitzgelegenheiten.

 

Nur: Da ich mir ja angewöhnt habe, mich nicht beim Boarding zu drängeln, gibt es dann immer wieder Schwierigkeiten mit meinem Handgepäck-Koffer. Aber auch dieses Problem löste eine Flugbegleiterin. Und da ich darauf vorbereitet war, hatte ich auch dieses Köfferchen gesichert, d. h. das Schloss arretiert.

 

Ich glaube, für die nächste Reise werde ich mir ein anderes Handgepäck-Teil zulegen. Und ich werde auch den größeren Koffer nehmen.

 

Ich habe den Eindruck, dass die Sitzplatz-Abstände in den Flugzeugen immer kleiner werden. Oder werde ich immer dicker? Jedenfalls hatte ich Mühe, das Tischchen vor mir in eine waagerechte Position zu bringen, damit mein Kaffee und das Wasser, die immer noch bei Condor serviert werden, ordentlich da hinzustellen.

 

Pünktlich gestartet und pünktlich gelandet. Jerez de la Frontera: 30°, Sonne. Die Wartezeit auf mein SIXT-Shuttle vertrieb ich mir damit, dass ich mich nach der Windjacke dann auch meiner Socken entledigte.

 

An der Tankstelle in der Nähe des Flughafens, wo SIXT seine Niederlassung hat, habe ich vor vielen Jahren schon mal getankt. Sie liegt an der Parallelstraße zu der Péage-Autovia. Und als ich dann zum Ort namens “Kurve” - El Cuervo - kam, erinnerte ich mich daran, dass Hein und ich da mal in einer Bar einen Kaffee (wahrscheinlich, ich jedenfalls) getrunken haben, und dass es da irgendeinen Vorfall mit einer älteren Frau gab. Da erinnere ich aber lediglich die Tatsache, jedoch nicht den Grund.

 

Aber die junge Frau der SIXT-Niederlassung kannte Tocina, was längst nicht selbstverständlich ist.

 

Im Tankstellen-Shop kaufte ich mir 2 Flaschen Bier.

 

Mittlerweile waren teilweise dunkle Wolken aufgezogen, und ich konnte auch einige Blitze darin erkennen. Zwischen Dos Hermanas und Sevilla musste ich dann die Klimaanlage ausschalten, denn Bauern brannten Felder ab, und die Rauchentwicklung war sehr lästig. Als ich Sevilla passierte, regnete es teilweise kräftig. Zum Glück hatte ich zwischenzeitlich auch den Lichtschalter des Fiesta entdeckt. Der Verkehr war recht stark - Rushhour. Er hörte aber schlagartig auf, als ich die Autovia Richtung Córdoba erreicht hatte. Und dann waren es ja nur noch “ein paar Meter” bis zu meinem Heimatort Tocina. Der Regen bzw. das Gewitter hatten sich verzogen.

 

Wie erwartet, gab es vorm Haus keinen Parkplatz, aber ich fand einen ein paar Meter weiter. Als ich mein Gepäck dann ins Haus gebracht hatte, rief ich wie versprochen Serafina an. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag zum Frühstück in der Churrería.

 

Der restliche Abend verlief recht seltsam. Ich las ein bisschen was, ich spielte ein bisschen am PC, aber irgendwie ... und dann ging ich kurz nach Mitternacht zu Bett, eine ungewohnt frühe Zeit für mich. Mehrere Male in der Nacht war ich auf, und dann gegen 7 Uhr beschloss ich, endgültig aufzustehen. Und so bin ich auch schon bei

 

 

 

Dienstag, 29.09.2015:

 

Da das Warmwasser in der Küche funktioniert, das im Bad aber immer problematisch ist, wie bekannt, habe ich mich in der Küche waschen und werde das auch weiterhin tun.

 

Einige wichtige Dinge habe ich eingeräumt, wie z. B. Medikamente. Den Rest werde ich später erledigen.

 

Die Orangen im Patio sind noch grün; dagegen wurden die Trauben wohl schon von den Vögeln alle geerntet.

 

In der Churrería haben die Besitzer mich auch gleich wieder erkannt. Da ich recht früh war, hatte ich schon meinen Café sólo getrunken und meine Churros gegessen als Serafina kam. Die Preise sind nicht gestiegen: 1,80 € für beides, aber auch die Qualität und Menge ist gleich geblieben, was ja auch nicht selbstverständlich ist, wie sich beim Frankfurter Bäcker herausgestellt hat. Serafina hat uns dann noch 2 Café geholt, und wir haben ein bisschen gebabbelt. Viel Zeit hatte sie ja nicht, denn sie musste zum Arzt.

 

Dann bin ich zum Einkaufen gefahren. Habe schon einiges an Mitbringseln gekauft: Chorizo, Lomo embutido, Trucha ahumada. Und - welch Fortschritt! - ich habe Wasser mit Kohlensäure entdeckt; ist zwar ein bisschen teurer, aber was soll’s.

 

Dafür habe ich auf dem Weg von der Churrería zum Auto beim Uhrmacher ein Schnäppchen gemacht: Ich habe mir endlich in meine Armbanduhren neue Batterien einsetzen lassen: jeweils 3 €; das ist in Frankfurt wesentlich teurer.

 

Manoli hat mich auch begrüßt. Sie hatte Sorge, dass ich wieder meinen Schlüssel in Frankfurt vergessen hätte, so wie letztes Jahr.

 

Nun köchelt Serafinas Brühe, die sie mir in den Kühlschrank gestellt hatte, vor sich hin, zusammen mit Suppengrün, Tomaten, Knoblauch. Gleich kommen noch Nudeln dazu.

 

Gewürze fehlen, die muss ich dann beim nächsten Einkauf besorgen, oder übermorgen auf dem Markt, so musste heute Salz alleine genügen.

 

Das erste Mal, seitdem ich hierher komme, ist es im Haus jetzt so warm, dass ich nur mit einem Laken, ohne Wolldecke (oder sogar zwei) geschlafen habe.

 

Das Wasser mit Kohlensäure hat sich als Limo, aber ohne Zucker, herausgestellt. Also kann ich mir nun “Radler” zubereiten.

 

Meine Klamotten habe ich nun alle eingeräumt, noch ein paar Kleinigkeiten liegen noch rum, dann kann der größere Koffer weg; im Handkoffer sind eh nur noch Klarinetten-Sachen. Trotz der immer noch andauernden Erkältung, die aber im Laufe des Tages nachlässt, werde ich so langsam wieder Musizieren. Sonst verlerne ich es noch! :-)

 

Etwas, was ich NICHT posten werde: Ich habe heute ganz schreckliche Winde!!! Ob von der Luftveränderung, der Reise, oder den Churros?! Wir werden sehen. Morgen Vormittag ...

 

Der Himmel zieht sich zu. Ich habe vorsichtshalber frühzeitig den Regenschutz vor die Haustür gestellt. Es gewittert, aber es regnet kaum. Kurzzeitig war der Strom weg.

Aber dann ... kam doch noch der Regen. Jetzt um 22 h hat es wieder aufgehört. Schaun wir mal, wie es morgen ist. Leider konnte ich im TV keinen Wetterbericht sehen. Aber wir müssen es ja sowieso nehmen wie es kommt.

 

Noch etwas habe ich vergessen, einzupacken: mein Handmaß fürs Strümpfestricken und das Beilaufgarn für die Fersenverstärkung. Aber wenn ich zum zweiten Strumpf und bis zu dessen Ferse kommen sollte, dann kann ich entsprechendes Garn sicher auch hier kaufen. Bis jetzt habe ich auch “Lace”-Wolle in einer neutralen Farbe verwendet.

 

 

 

Mittwoch, 30.09.2015

 

Eigentlich ... wollte ich ja zu Hause frühstücken, aber da ich wegen eines Termines am Freitag zum Friseur wollte, war ich dann heute noch mal auf dem Weg dorthin in der Churrería. Viel los war dort heute. Drängelte sich doch eine Dame vor, eine zweite wollte es ihr gleich tun ... aber nicht mit mir! Dafür habe ich dann eine größere Portion Churros bekommen als die erste Dame.

 

Dann also zum Friseur: Termin Freitag 12 Uhr. Ich glaube, mein Name ist nun “Buus” oder so. Ich habe ja Visitenkarten dabei, aber das lohnt nicht. Bei meinem Metzger heiße ich “Tümler”, wie mein verstorbener Mann, dafür hieß er beim Friseur “Bootz”, wie ich. “Namen sind Schall und Rauch”, sagte ...

 

Was ich bräuchte, ist ein Mousepad. Die Spültuch-Unterlage, die ich z. Z. benutze, ist nicht das Wahre.

 

Heute habe ich meinen Navi auf Spanien umgestellt. Es brauchte eine Zeit lang, bis er mich gefunden hatte; sicher hätte es noch länger gedauert, wenn ich nicht schon die Route von Tocina nach Cádiz eingegeben hätte.

 

Nun fahre ich noch zum Supermarkt, und anschließend zu Serafina zum Mittagessen.

 

Es ist 17:40 h und ich bin gerade vom Mittagessen zurück gekommen.

 

Im DIA habe ich nun auch Wasser mit Kohlensäure gefunden. Ein bisschen Brot, Obst und Pfeffer, Lorbeer und Thymian sind auch in meiner Tasche.

 

Mein Blutzucker ist mit 90 sehr gut. So langsam stelle ich mich wohl auf die veränderten Lebensumstände ein.

 

Einen Nachrichtensender habe ich im TV auch gefunden. Nun höre ich Bette Middler; hat sich so ergeben.

 

 

 

Donnerstag, 01.10.2015

 

Schon gegen 6 h bin ich wieder aufgestanden; Nachbars Hunde wollten einfach nicht ruhig sein. Ich habe meinen Tee getrunken und mich dann gegen 8 h nochmal für eine Stunde hingelegt, bis der Handy-Wecker um 9 h sich meldete.

 

Zum frühen Mittagessen gab es gedünstete Zwiebeln und Tomaten mit Brühe und Fadennudeln, und die vorletzte “Bierknacker” meines Metzgers aß ich dazu.

 

Auf einen Marktgang habe ich verzichtet.

 

Wegen meiner nun - klar - wieder geschwollenen Füße habe ich nun beschlossen, mich immer nur für eine halbe Stunde an den PC zu setzen, dann für eine weitere mindestens halbe Stunde die Beine hochzulegen.

 

Endlich habe ich wieder mal Klarinette gespielt, und ich will es nach Möglichkeit auch wieder jeden Tag tun. Und wie es sich gehört fange ich mit Baermann-Fingerübungen usw. an.

 

 

 

Freitag, 02.10.2015

 

Bis um 7 Uhr habe ich geschlafen, dann brauchte ich Nasentropfen, habe mir ein großes Kopfkissen untergelegt und bin bis um 8 Uhr zum Weckerklingeln liegen geblieben. Zum Glück hat mich heute der Kläffer verschont - oder ich habe ihn nicht gehört, weil ich das Fenster geschlossen hatte.

 

Im PC-Laden, in den mich Serafina geschickt hatte, bin ich nicht fündig geworden, was Mouse-Pad und Internet-Stick betrifft. Der junge Mann wiederum empfahl mir “Todomesticos”, wo ich ja schon einige Male eingekauft hatte. Aber ob es sich nun noch lohnt? Fast eine Woche bin ich nun schon hier, nächstes Wochenende fahre ich zu Gisela nach Cádiz, und dort im Hotel habe ich WiFi.

 

Tocina scheint eine reiche Gemeinde zu sein. Schon wieder ist das Aussehen des Rathausplatzes geändert worden. Nun gibt es Wasserfontänen, die aus dem Boden entspringen; sehr langsam, sehr mickrig; und einige Zeltplanen. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten.

Tocina, Plaza de Ayuntamiento
Tocina, Plaza de Ayuntamiento

Serafina erzählte mir, dass die Leute dieser "Installation" folgenden Namen gegeben haben: "Plaza de Tangas" - wegen der dreieckigen Tücher.

 

Jedenfalls habe ich beim Warten auf meinen Friseur-Termin bei Sofía einen Kaffee getrunken und dabei ein Fischgeschäft entdeckt. Und dort ein paar Fische eingekauft; 2,45 € habe ich dafür bezahlt. Aber ausgenommen hat er sie mir nicht, und es gab auch keine Petersilie dazu, so wie ich es bei Antonio gewohnt bin. Aber dorthin wäre es ein Stück weiter zu laufen gewesen, und das war mir zu weit.

 

Nun muss ich noch Paniermehl besorgen. Und Brot für heute Abend habe ich auch vergessen, einzukaufen. Zur Not tun es auch Chips oder Nudeln, schaun wir mal.

 

 

 

Samstag, 03.10.2015

 

Heute Nacht habe ich wieder ganz schlecht schlafen können, also stand ich um 4 h wieder auf und setzte mich an den Läppi. Plötzlich ging das Licht aus. Da alles andere normal lief, konnte es nur die Glühbirne sein.

 

Gleich um 9 Uhr fuhr ich zum Einkaufen. Dann rief ich Serafina an, damit sie Manoli Bescheid sagt, und anschließend ging ich zur Churrería. Heute waren ganz andere Leute da, also nehme ich an, dass heute die Beerdigung der Tante der Inhaber ist. Auf dem Weg dorthin traf ich Manoli, die gerade mit Serafina telefonierte.

 

Es ist ja nicht so, dass ich keine Glühbirne wechseln könnte. Aber die Küche ist sicher 3 m hoch, die sehr schwere Leiter (aus Gusseisen?) steht ganz hinten im Patio im Unterstand. Es ist alles also für mich alleine sehr schlecht machbar, da die Bombilla zu wechseln.

 

Trüb ist es heute, ich hatte vorhin vorsichtshalber meinen kleinen Schirm mit. Aber bis jetzt (12 h) ist es von oben trocken geblieben.

 

Gegen 18 h kam Manoli und machte Licht. Anschließend klarinettierte ich dann und machte mir mein Abendbrot (Pisto vom Mittag mit Albóndigas und Weißbrot).

 

Und nun langweile ich mich.

 

Um 21 h kam Serafina auf dem Weg zu Freunden, wo sie zum Essen eingeladen ist, und brachte mir eine Tischlampe.

 

Es ist noch nicht Mitternacht und ich kann kaum die Augen aufhalten, so müde bin ich. Komisch.

 

 

 

 

Sonntag, 04.10.2015

 

Es hat geregnet. Und offensichtlich habe ich gut geschlafen, dass ich es nicht gehört habe; der Patio ist nass.

 

Heute bin ich zum Mittagessen bei Serafina eingeladen. Sie singt immer noch im Kirchenchor, also findet das erst um 14.30 h statt. Vielleicht mache ich mir nachher ein Ei? Oder doch Cornflakes, denn die Milch ist angebrochen?

 

Also dann doch Cornflakes mit Milch.

 

Um 14.15 h bin ich dann los zu Serafina. Zum Mittagessen gab es Weiße Bohnensuppe mit Würsten und Geräuchertem, ganz so wie zu Hause.

 

Kurz vor 18 Uhr riss ich mich dann los bei ihr. Müde bin ich ..., aber ich gehe noch nicht zur Ruhe.

 

Die Ogives von Satie habe ich nun fertig gestellt. Schaun wir mal. Sie sehen - eigentlich - ganz einfach aus, sind aber sicher wegen der Ruhe, die sie beinhalten, doch nicht leicht zu spielen. Ich glaube, sie verlangen auch ein äußerst präzises Zusammenspiel.

 

Ich habe heute entschieden, diese hiesige Friseurin nicht mehr aufzusuchen. Das sind zum Fenster rausgeschmissene 6 €. Als ich erstmals hier zum Friseur ging, war das eine “richtige” Friseurin, kostete damals 11 €. Damals war ich auch später hier, und es war kalt und feucht, und da hielt ich den Friseurbesuch für sinnvoll. Bei den heutigen fast 30 Grad kann ich meine paar Haare auch hier waschen und einfach trocknen lassen, so wie ich das zu Hause auch mache. Da muss ich kein Geld für eine lieblose Arbeit ausgeben!

 

 

 

Montag, 05.10.2015

 

Zum Glück habe ich gestern Abend, als es ein paar Tropfen regnete, die Vordertür regenfest gemacht, denn schon in der Nacht regnete es wohl mal ein bisschen, und heute Morgen kommt es sehr feucht vom Himmel herunter. Wie gut, dass ich gestern schon beschlossen hatte, heute im Haus zu bleiben. Zum Essen ist genügend da, und auch ansonsten gibt es keine Veranlassung, das Haus zu verlassen. Es ist aber nicht kalt; ich habe die Patiotür weit geöffnet.

 

Gegen Abend, am späten Nachmittag, hat es aufgehört zu regnen.

 

Morgen habe ich mit Serafina einen Termin um 12 h in der Stadtbibliothek. Wir wollen mein Buch übergeben.

 

 

 

Dienstag, 06.10.2015

 

Heute morgen scheint wieder die Sonne. Ich habe zwar den “Wecker” “klingeln” lassen um 8 h, bin dann aber noch eine Stunde liegen geblieben.

 

Serafina hatte zu unserem Treffen noch einen Herrn eingeladen, der früher ab und zu hier im Haus wohnte, und der nun nach Los Rosales umgezogen ist - Pepe. Er spricht etwas Deutsch, da er schon in Deutschland gearbeitet hat, er macht Musik (Gitarre), liebt Literatur, auch deutsche. Er ist mir sehr sympathisch. Nach unserem Termin in der Bibliothek wollte er mich noch zu einer “Copa” einladen - und musste dann feststellen, dass er kein Geld mit hatte. Also haben wir das verschoben. Aber am Donnerstag sehen wir uns wieder, da ist eine Buchvorstellung in der Bibliothek.

 

Jedenfalls habe ich ihn eingeladen, wenn er mal in der Frankfurter Gegend ist, sich mit mir zu treffen, “tomar una copa”. Schaun wir mal.

 

 

 

Mittwoch, 07.10.2015

 

So, nun war ich zum Einkaufen. Vor allem habe ich 6 Pakete von der Trucha mitgenommen (Hengel, 3 x Quartett, Spanisch). Vielleicht hole ich nächste Woche noch ein paar. Und auch noch so ein Doppelpack Wurst und Lomo und Schinken.

 

Überall in der Stadt wird gebaut, auch mein üblicher Weg war versperrt; aber auch in Tocina führen ja viele Wege zum Ziel.

 

Müllbeutel habe ich in einem Regal ganz oben gefunden; zwar sind sie etwas groß, aber besser als gar keine.

Ansonsten habe ich Zutaten für Salpicón gekauft. Die Gambas und die Surimi müssen erst auftauen.

 

Heute gibt es Fischfilet und Nudeln aglio-olio.

 

Weil meine Frisur nicht mehr so schön ist, hatte ich meinen Hut aufgesetzt ... und die Leute, die mich sahen, schauten groß. Offenbar tragen die Frauen in Tocina so etwas nicht.

 

 

 

Donnerstag, 08.10.2015

 

Gleich werde ich mir meine Haare waschen, ich kann mich so selbst nicht mehr ausstehen. Dann werde ich Geld “kaufen”, wie Hein immer sagte, Churros essen, mal wieder, und dann zum Einkaufen fahren. Brot brauche ich.

 

Churros gegessen, Geld gekauft, auch ein bisschen Wolle und Brot. Wieder umgezogen, angefangen eine Munecar zu konfektionieren, ein paar Fotos bearbeitet.

 

Mein Zittern ist heute recht schlimm. Ob es vom Rückwechsel vom Propranolol auf Metoprolol kommt oder ob es einfach mal ein schlechterer Tag ist - wir werden sehen.

 

Die Geldausgabe beim Bankautomaten ist auf 150 € limitiert, früher konnte man bei der Caja Rural bis zu 400 € abheben. Dafür gibt er aber an, dass keinerlei Gebühren anfallen würden; das war früher anders. Mit diesen 150 € komme ich ja erst mal hin. Hier brauche ich nicht so viel, und zur Not kann ich ja morgen oder Samstag nochmal hingehen, und dann in Cádiz gibt es sicher auch Bankautomaten.

 

Heute endlich ein Püppchen für Serafina fertig gemacht. Es hat ihr sehr gut gefallen, sie musste es allen anwesenden Damen zeigen. Pepe war nicht da.

 

Mari-Angeles zeigte mir die FB-Seite über mein Buch, das viel Zustimmung erfahren hat. Nun kann ich ja auch zu fb, wenn schon auf der spanischen Seite ein Bild von mir existiert.

 

Morgen bin ich bei Serafina wieder zum Mittagessen eingeladen. Ich nehme von meinem Salpicón mit hin, sonst wird es noch schlecht.

 

Ich habe den Eindruck, dass die Churros meinen gesamten Tag durcheinander bringen. Ich habe sehr oft gemessen bzw. messen müssen. Ich werde wohl keine mehr essen.

 

Eigentlich bin ich ja nur notgedrungen hier in Tocina; aber ich stelle schon all die Tage fest, dass es mir in diesem Jahr richtig gut hier gefällt. Warum? Keine Ahnung.

 

 

 

Freitag, 09.10.2015

 

Da die Leute hier wohl sehr an meiner Lebensgeschichte interessiert sind, aber sie meist mangels Sprachkenntnissen nicht lesen können, habe ich mich entschlossen, sie wenigstens für meine Website ins Spanische zu übersetzen, soweit mir das möglich ist. Vielleicht bekomme ich ja auch von Serafina Hilfe.

 

Wir haben uns über das Problem Übersetzung unterhalten, und ich habe beschlossen, nur die Ereignisse, die in der Chronik festgehalten sind und die Anekdoten zu übersetzen, da dies ja einfache Tatsachen sind. Alles andere, also meine Geschichte ist doch mit so viel Sentimiento verbunden, dass das zu schwierig ist. Allein die Übersetzung des deutschen Titels hat Schwierigkeiten bereitet, obwohl ich Serafina ja beschreiben konnte, was gemeint ist. Nun haben wir uns geeinigt auf “Debería hacerme una “hija de bien”; die Bezeichnung “hija pija” war Serafina zu minderwertig. Aber man kann wohl davon ausgehen, dass es in der spanischen Kultur so etwas wie eine "höhere Tochter" gar nicht gibt.

 

So nebenbei habe ich S. über die Leute ausgefragt; angefangen mit Elisas ältester Tochter, da wir uns zum ersten Mal gesehen haben, obwohl ich doch Elisa gut kenne, die hier gleich ein paar Häuser weiter wohnt.

Dann kamen wir zu Carlos, der einen Band mit Gedichten veröffentlicht hat; er war früher Arzt. Gestern hatte er sich mit mir fotografieren lassen, er möchte doch gerne, neugierig, wie Männer gar nicht sind, meine Lebensgeschichte lesen können.

 

Nun habe ich mir, das erste Mal in diesem Jahr, einen Rotwein aufgemacht.

 

Morgen soll es in Cádiz sehr regnen, und auch die Tage, in denen ich dort mit Gisela zusammen verbringe, sollen eher regnerisch sein. Nicht zu ändern.

 

Es ist seltsam: Ich suche meine schwarzen Socken, die ich auf der Fahrt/dem Flug hierher trug und finde sie nicht. Ich hatte sie, wie ich mich erinnere, in Jerez gleich nach der Ankunft, als ich auf den SIXT-Shuttle wartete, ausgezogen. Und nun endlich habe ich sie gefunden! In der Laptop-Tasche. Gisela habe ich wegen des Wetterberichtes eine SMS geschickt.

 

 

 

Samstag, 10.10.2015

 

Ein bisschen hat es schon geregnet, als ich zum Einkaufen war: 1 Fl. Bier, Kartoffelchips, Brötchen, Tomaten, Nudeln, “Parfum” (aber besser als gar nichts). Ich habe dann, als ich wieder zuhause war, den Regenschutz vor die Tür gestellt. Serafina erinnerte mich daran, das auch morgen zu tun, wenn ich wegfahre.

 

Nun bereite ich mein Mittagessen vor: Zwiebeln und Tomaten angedünstet, Brühe dazu, Nudeln rein - fertig! Dazu gibt es Fischfilet, das ich noch habe.

 

Mittagsschlaf, Bilder bearbeitet, Zucker sehr hoch (239), komisch! Zuviel Nudeln? Eis? Wie dem auch sei, ich habe dagegen gespritzt und trinke nun trotz und alledem ein Bier.

 

Gisela wird nun so ungefähr in Jerez ankommen. Und wie erwartet hat sie gegen 20 Uhr angerufen. Ich werde sie morgen anrufen, wenn ich hier wegfahre, und dann wenn ich im Parkhaus in Cádiz angekommen bin.

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